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January 26 2016

Langzeitversuch: Exedra Amphora Tinto

In der Weihnachtswein-Sendung 2015 hatten wir den 2014er Puiggros Exedra Amphora. Die Sendung haben wir am 16.12.2015 aufgezeichnet und ich habe die angebrochene Flasche in den Kühlschrank gestellt.

Das ist jetzt knapp sechs Wochen her und der Wein ist immer noch ordentlich genießbar. Nicht, dass er mich so sehr beeindrucken würde, wie eine quasi-frische Flasche - ich würde ihn reichlich Stunden vor dem Trinken schon öffnen - aber normalerweise bin ich gewohnt, dass nach so langer Zeit nichtmal mehr ein Kochwein übrig geblieben ist.

January 24 2016

Fletcher's Better Burger, Frankfurt am Main

Wurde mir empfohlen, nachdem ich zuletzt im fetten Bullen war.

Ich hatte einen Cheeseburger. Der war zu kalt. Das Brötchen briocheartig, aber leider von einer Konsistenz, als sei es von gestern, vielleicht sogar vorgestern, also viel zu fest. Das Fleisch war durchgebraten und trocken und es lag dermaßen wenig Käse drauf, dass man davon kaum was geschmeckt hat. Ich glaube, das war der frustrierendste Burger der letzten sechs Monate - und ich fürchte, das lag nicht nur an der Fallhöhe meiner Erwartungen. Immerhin: Das Waschbecken im Gastraum ist eine hübsche Idee (und den Spruch habe ich vor Jahren schon bei "The Bird" gelesen).

December 23 2015

Der fette Bulle, Frankfurt am Main

Praktischerweise direkt am Hauptbahnhof gelegen, so dass man selbst dann dorthin kann, wenn man nur relativ kurzen Aufenthalt hat. Sehr großer Laden mit sehr vielen Plätzen, fast kantinenartig, aber warm eingerichtet, viel Holz und Stein und so. Das Personal war, was man "auf Zack" nennt. Vermutlich ist das überall in Deutschland so, nur wir Berliner haben all die dümmlichen, faulen Mittzwanziger abbekommen, die sich einbilden, es eigentlich gar nicht nötig zu haben, im Service zu arbeiten - dabei arbeiten sie ja dort.



Spontane Enttäuschung: die Patties sind durchgebraten. Das ist in der Regel ein Zeichen für allenfalls noch mittelmäßige Burger. Hier aber nicht. Trotz well done ist das Fleisch saftig, als wäre es medium, was in der Regel ein Zeichen für gutes Fleisch (mit reichlich Fett) ist. Brioche-artige Buns in angenehmer Konsistenz und ordentlich Knackiges im Mund. Die Soßen nicht zu dominant. Alles ordentliche obere Mittelklasse - auch wenn mir das Fleisch medium oder rare wesentlich besser schmeckt.

Die Größe des Ladens hat ihren Preis: Ist er voll, ist es lautstärkebedingt ungemütlich, so dass man nach dem Essen auch zügig wieder raus will. Die Mieten sind hier hoch, die Tische müssen laufen, also auch kein wirklicher Kritikpunkt. Bloß das Angebot an Bier war langweilig wie in den 80er Jahren, also ein guter Hinweis darauf, dass es den Betreibern eher nicht darum geht, geiles Essen anzubieten, sondern gutes Geld zu verdienen - und dass sie als Vehikel zufällig auf ordentliche Burger gestoßen sind. Vielleicht hatten die aber auch bloß keine andere Wahl, als sich den Laden von einer Fernsehbierbrauerei finanzieren zu lassen. Ich würde wieder hingehen. Sogar lieber, als ich vor sechs Jahren noch zur "Kuh die lacht" gegangen bin (was ich heute, nach mehreren Enttäuschungen nicht mehr täte). Ich würde aber nicht extra hinfahren. Dazu hat mich bisher nur "Die fette Kuh" in Köln bringen können. Und zwar regelmäßig.

August 27 2015

Der zivilisierte Teil der...

Der zivilisierte Teil der Zivilgesellschaft organisiert sich dieser Tage in der Flüchtlingsfrage in einem Tempo und in einem Umfang, dass mir ein Adjektiv fehlt, um zu beschreiben, wie unglaublich beeindruckt ich bin. Der barbarische Teil allerdings auch.

Ich bin sehr gespannt, wie sich das alles weiter entwickelt.

July 14 2015

The Circle

Ich habe endlich "The Circle" von Dave Eggers (auf Deutsch) durchgelesen. Die Idee ist prima. Allerdings hatte ich die auch schonmal - vermutlich zusammen mit den meisten Menschen, mit denen ich regelmäßig umgehe. Um diese Idee spannend zu formulieren, braucht man außerdem höchstens ein Drittel der Seiten, die Eggers vollgemacht hat, so dass in mir der Verdacht keimt, Eggers könnte das Buch gar nicht für so Leute wie mich geschrieben haben, sondern für die vielen Menschen, die im Internet hauptsächlich ein technisches und kaum ein kulturelles Phänomen sehen.

Aber vielleicht ist es auch einfach bloß ein mittelmäßiges Buch. Zeitverschwendung war es für mich in jedem Fall.

July 03 2015

Handreichung: Ventilatorenbenutzung

Ich war vor einem guten Jahrzehnt mal in den Tropen. Da habe ich in einer Holzhütte gewohnt, es war unanständig heiß und ich hatte nur einen selbstschwenkenden Tischventilator. Als ich mich beklagte, dass man von diesen Dingern im Schlaf ja immer schlimm schnell einen Schnupfen bekäme, erklärte mir ein Einheimischer, wie man einen solchen Ventilator sinnvoll einsetzt. Man stellt ihn auf einen Stuhl anderthalb Meter neben das Bett und lässt ihn auf kleinster Stufe über den Körper schwenken, auf keinen Fall jedoch übers Gesicht. Stellt sich raus: das funktioniert ganz hervorragend.

Handreichung: Ventilatorenbenutzung

Ich war vor einem guten Jahrzehnt mal in den Tropen. Da habe ich in einer Holzhütte gewohnt, es war unanständig heiß und ich hatte nur einen selbstschwenkenden Tischventilator. Als ich mich beklagte, dass man von diesen Dingern im Schlaf ja immer schlimm schnell einen Schnupfen bekäme, erklärte mir ein Einheimischer, wie man einen solchen Ventilator sinnvoll einsetzt. Man stellt ihn auf einen Stuhl anderthalb Meter neben das Bett und lässt ihn auf kleinster Stufe über den Körper schwenken, auf keinen Fall jedoch übers Gesicht. Stellt sich raus: das funktioniert ganz hervorragend.

July 01 2015

Ich will nen Camper

Ich war auf einem Festival. Mit einem reichlich luxuriösen Wohnmobil namens "Knaus Sky Traveller 500D". Es hatte eine Toilette, eine Dusche, einen gasbetriebenen Kühlschrank, einen dreiflammigen Herd und ein 200x160cm großes Bett im Alkoven. Wir haben zu zweit darin gewohnt. Wenn man sich hinreichend beschiede, würde so ein Teil sogar als kompletter Wohnsitz für eine Person reichen. Ich bin ziemlich beeindruckt und würde so ein Ding gerne besitzen. Allerdings kostet sowas ungefähr soviel, wie eine kleine Wohnung - und die ist immer noch da wenn das Wohnmobil längst im Wohnmobilhimmel angekommen ist.

Abgesehen davon, dass ich mir kein Fahrzeug für 50.000,- Euro und mehr leisten kann und will, das die meiste Zeit rumsteht, habe ich während der fünf Tage auch kapiert, dass man für kurzfristige Ausflüge keine komplette Sanitär- und Kücheneinrichtung braucht. Statt ausgiebig zu duschen, kann man sich auch einfach mal unterm Axel waschen, ein ein- oder zweiflammiger Kartuschenkocher ist genauso ausreichend wie eine 12-Volt-Kühlkiste, und wenn man unbedingt seinen eigenen Abtritt haben will, reicht auch ein tragbares Campingklo und ein Sichtschutz.

Was ich eigentlich gerne hätte, ist ein Campingfahrzeug, das ich auch PKW-artig nutzen kann, zwei fliegen mit einer Klappe sozusagen, denn realistischerwesie würden wir höchstens zwei- oder dreimal im Monat für eine oder zwei Nächte aus der Stadt rausfahren und irgendwo stehen und übernachten wollen (und können). Ein ausgebauter Caddy oder ein T4 oder ein Transit oder sowas wäre vermutlich praktisch. Hauptsache, das Bett ist mindestens 200cm lang und breiter als 120cm. Stehhöhe wär auch geil. Aber da scheint es dann auch wieder teuer zu werden, wenn man nicht Autos basteln kann - was ich nicht kann.

June 16 2015

Harry Rowohlt hat mich nicht...

Harry Rowohlt hat mich nicht nur außerordentlich inspiriert, sondern immer auch so sehr amüsiert, dass ich nie an ihn denken konnte, ohne lachen zu müssen. Auch jetzt nicht, wo er frisch verstorben ist. Ich wünsche mir, dass es den Menschen, die mich kennen, genauso geht, wenn ich mal abtrete.

June 15 2015

Vom Internet angequatscht

Die Tage schiebe ich morgens mein Mottofahrrad auf die Straße, um nach Potsdam zur Arbeit zu fahren, da kommt von rechts einer auf dem Fahrrad vorbeigefahren, hält an, fragt mich, ob ich ich sei und als ich bejahe, entpuppt er sich als Wrint-Hörer, der gerade zwei Monate unbezahlten Urlaub genommen hat und mit vollgepacktem Reiserad auf dem Weg von Köpenick zum Nordkapp ist.

Das sind so diese Momente in denen ich die Wirkungen des Internets mal nicht mindestens diskussionswürdig, sondern sogar wünschenswert finde. Schön wäre ja, wenn diese "Hach, Internet"-Momente die Regel und der ganze Scheiß die Ausnahme wäre. Naja.

June 09 2015

Ich habe eine Theorie!

Sie ist mir eingefallen, als ich mal wieder durch Stahnsdorf, das räudigste aller mir bekannter Dreckskäffer, gefahren bin. Sie geht so:

Der Speckgürtel um Berlin herum heisst Speckgürtel, weil er letztlich ist, wie ein Speckgürtel beim Menschen: Niemand braucht ihn, niemand will ihn, eigentlich ist er sogar schädlich, aber irgendwie wird man das Ding auch nicht wieder los.

June 06 2015

Seit ihr vor ein paar Jahren...

Seit ihr vor ein paar Jahren der Mann weggelaufen ist, ist die 37-jährige Nagelstudiobesitzerin Mandy B. aus Kaulsdorf froh um jede Abwechslung in ihrem eher eintönigen Leben. Da kommt ihr eine Zugfahrt gerade recht, um es mal so richtig krachen zu lassen.

"Is ja ooch ürnkwie Picknick", dachte sie sich, als sie heute morgen die Schnitzel briet, die sie nun mit viel Wonne, reichlich Brot, Gürkchen, ausgezogenen Schuhen und Tomate im ICE nach Hannover verzehrte - fast wie damals, als sie noch mit ihren Eltern auf dem Campingplatz im Harz urlaubte und die vermutlich beste Zeit ihres Lebens verbrachte. Schnell griff sie zur Super Illu, um auf andere Gedanken zu kommen.

June 04 2015

Radgedanken IV: Angstgesellschaft

Mein innerer Kulturpessimist wünscht sich manchmal, zehn oder sogar zwanzig Jahre älter zu sein und verbindet damit die Hoffnung, dann vielleicht nicht mehr mitbekommen zu müssen, wie unsere Gesellschaft endgültig vor ihrer eigenen Angst kapituliert.

Mein persönliches Symbol für die Richtung, in die wir uns entwickeln, ist der Fahrradhelm. Der ist konkreter diskutierbar, als die Hinnahme einer Gesellschaftsordnung, die auf vorauseilendem Gehorsam basiert, der wiederum impliziter Bevormundung durch Überwachung folgt - gerne auch gegenseitiger. Außerdem ist er eine griffige Metapher.

Mein innerer Küchenpsychologe denkt, dass Menschen, die sich keinem besonderen Risiko aussetzen, indem sie beispielsweise Radrennen oder MTB fahren, und trotzdem einen Helm aufsetzen, sich längst in einer emotionalen Situation befinden, in der der Unfall längst passiert ist. Ich halte das für gefährlich, weil wir schon jetzt kaum in der Lage sind, Risiken intuitiv richtig zu bewerten, gleichzeitig aber doof genug, Scharlatanen auf den Leim zu gehen - was vermutlich ein und denselben Mechanismus des Heuristikapparates in unseren Köpfen beschreibt.

June 02 2015

Radgedanken III

Ich frage mich die ganze Zeit, wie man Autofahrern nachhaltig klarmachen kann, dass Radler a) gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sind, die b) nicht auf der Straße fahren, um Autofahrern auf die Nerven zu gehen, sondern weil es auf all den vermeitlichen Radwegen eben noch unangenehmer und gefährlicher zu fahren ist, als zwischen aggressiven Vollidioten, die sich einbilden, ein Automobil beinhalte die Berechtigung, andere Verkehrsteilnehmer dadurch zu belehren, dass man deren Leib und Leben gefährdet.

Das Einfachste wäre eine großflächige Kampagne, die von der Politik ausgeht. Die Politik in Berlin fällt aber leider nicht nur grundsätzlich aus, wie sie seit über einem Jahrzehnt praktisch täglich belegt, sondern auch ganz konkret wiegt für Senat und Abgeordnetenhaus der Komfort der Autofahrer schwerer als die Gesundheit der übrigen Verkehrsteilnehmer. Idelaerweise würden wir Erwerb und Erhalt der Fahrerlaubnis irgendwie daran koppeln, dass regelmäßig größere Innenstadtstrecken per Fahrrad zurückzulegen sind. Das allerdings ist wiederum so abwegig, dass man sich auch wieder auf Berliner Lokalpolitiker verlassen kann.
Reposted bypassingbird passingbird

May 28 2015

Radgedanken II

Eine Warnweste ist ein gutes Zeichen dafür, dass deren Träger - zumindest vorübergehend - nicht willens oder in der Lage sind, zu denken.

"Move on Up" von Curtis Mayfield ist der ideale Ohrwurm zum Radeln.

Der Versuch, vom Zustand der Radwege auf den Geisteszustand und/oder Charakter der dafür verantwortlichen Politiker und Beamten zu schließen, erscheint mir erfolgversprechend. Zusätzlich möge der Penner, der für den Fahrbahn-Totalfuckup zwischen S-Bahnhof Priesterweg und Prellerweg verantwortlich ist, bitte Juckreiz bekommen.

Die Borstellstraße ist allenfalls mit einem MTB befahrbar. Nur Deppen befahren sie mit anderen Rädern. Ich habe das heute morgen mit einem Tourenrad ausprobiert. Schon wieder.

Starre Trinkflaschen mögen zwar schick aussehen, vor allem, wenn sie aus gebürstetem Edelstahl sind, sind aber reichlich unpraktisch, um daraus während der Fahrt schnell was zu trinken. Da hilft auch kein Sportverschluss, denn der macht auch nicht, dass man die Flasche zusammendrücken kann.

Estaunlich viele Autofahrer sind dieser Tage rücksichtsvoll unterwegs. Es wäre schön, wenn das zur Regel würde, aber wahrscheinlich habe ich bloß Glück, weil ich bisher die Asirennstrecken - also alles, was mehr als eine Spur pro Richtung hat - in Tempelhof, Steglitz und in der Vorhölle Lichterfelde gemieden habe.

Die Berliner Polizei schaut gerne weg, wenn Autofahrer Radler gefährden, selbst wenn sie dabei zuschaut.

Konstanter, leichter Gegenwind ist zermürbend.

May 26 2015

Schaumschlägerei

Ich benutze drei Pinsel zum Rasierseife aufschäumen. Einen mit Dachshaar, einen mit Synthetik- und einen mit Naturborsten, was glaube ich "Schwein" bedeutet. Genau genommen habe ich sogar vier Pinsel. Das liegt unter anderem daran, dass ich ein wenig doof bin, was wiederum dazu geführt hat, dass ich mir irgendwann mal einen Mühle Black Fibre im Sonderangebot gekauft und mir ewig eingebildet habe, es handle sich dabei um Dachshaar (ja, ja...). Irgendwann habe ich - auch wieder im Angebot - einen echten Dachs dazugekauft. Dann wurde mir mal erzählt, dass der Balea-Pinsel vom DM ebenfalls Borsten aus Black Fibre habe, aber nur ein Drittel des Mühle kostet. Den habe ich zu Testzwecken gekauft und zuletzt habe ich einen Semogue-Pinsel geschenkt bekommen. Modell "Owners Club". Da fühlt man sich direkt viel exklusiver.

Was mir nicht gelingt, ist mit dem Dachs auch nur ansatzweise einen festen Schaum zu schlagen, der auch in meinem Gesicht haften bleibt. Egal, wo ich schäume, egal mit welcher Seife. Der Schaum wird nicht schön und das Bisschen, das in meinem Gesicht ankommt, ist mit wenigen Pinselstrichen auch schon wieder weggewischt. Mit dem Semogue ist es mir auf Anhieb etwas besser gelungen. Der Schaum war ganz schön und ich habe ihn mir nicht ganz so schnell wieder aus dem Gesicht gestrichen. Hier scheine ich nur noch ein wenig Übung zu brauchen, dann sollte der Pinsel zu meinem Liebling geworden sein. Mit dem Black Fibre gelingt es mir unter allen nur denkbaren Umständen, einen geilen Schaum zu machen, mit dem Mühle etwas besser als mit dem Balea - außer wenn die Seife nix taugt, dann klappt es gar nicht.

Kapieren tu ich das nicht.

May 24 2015

Wenn Du fett bist und abspecken...

Wenn Du fett bist und abspecken willst, gibt es nichts unnützeres als Diätratgeber, die behaupten, eine bestimmte Ernährungsweise sei die beste oder sogar einzig richtige, um das Gewicht zu reduzieren. Gelegentlich kommt aber das eine oder andere Buch daher, dass praktisch gar keine Ratschläge oder Anleitungen gibt sondern einfach nur für Aufklärung sorgt, so dass man seine Schlüsse selbst ziehen kann. Ich denke, dass man das auch muss, denn nur nach einem Erkenntnisprozess ist eine wirklich nachhaltige Verhaltensänderung möglich.

Eines dieser Bücher ist "Mach das! Die ultimative Physik des Abnehmens", in dem ein Physiker/Sportwissenschaftler äußerst launig erklärt, was es aus rein physikalischer Sicht mit der Energiebilanz auf sich hat, also dem Mechanismus, der letztlich für die Gewichtsregulation zuständig ist. Also eigentlich ist es irgendwie ein Physikbuch, aber dann auch wieder nicht. Mit Illustrationen. Ein anderes ist "Fettlogik überwinden", das ich gerade ausgelesen habe. Die Autorin war selbst morbid adipös, hatte darauf keinen Bock mehr, hat abgespeckt und dabei recherchiert, was wirklich dran ist an den Mythen, die wir benutzen, um uns zu bestätigen, dass entweder die Bemühungen nutzlos oder das Ziel sinnlos seien. Sie versorgt einen mit den Informationen, die notwendig sind, um die Entscheidung für das Abnehmen oder für das Weiterleben mit Übergewicht überhaupt mal sinnvoll treffen zu können.

Auch wenn ich schon ein Stück weiter bin im Erkenntnisprozess, beide Bücher also nicht mehr brauche, um meinen Weg zu sehen, werde ich bestimmt immer mal wieder gerne reinlesen, denn es ist nicht immer leicht, einen sichtbaren Weg auch zu gehen. Über einen sehr langen Zeitraum erlerntes Verhalten - und darum geht es beim Essen - hat nämlich die blöde Angewohnheit, sich nur sehr langsam nachhaltig zu ändern, so dass immer die Gefahr besteht, unmerklich in alte, eigentlich unerwünschte Muster zurückzufallen, wenn mal mal für ein paar Tage das Denken aufhört. Beide Bücher sind super, um das Ziel einer ausgeglichenen Energiebilanz nicht aus den Augen zu verlieren. Auf welchem Niveau die sich dann befindet, überlassen beide Autoren uns selbst.

May 19 2015

Gedanken beim und zum Fahrradfahren

Wenn ich so auf längeren Strecken unterwegs bin, fallen mir immer Sachen ein. Die schreib ich jetzt einfach immer auf...

Wenn man irgendwo oder irgendwen darauf hinweist, dass Autofahrer sich ganz besonders rück- und umsichtig verhalten müssen, weil sie nämlich das mit Abstand gefährlichste Ding durch die Öffentlichkeit bewegen, kommt garantiert mindestens einer (fast immer ein Autofahrer) daher, erklärt breitbeinig, dass es auch Radler gibt, die sich nicht an die Regeln halten würden und leitet daraus implizit ab, dass Autofahrer, insbesondere er selbst, es deshalb auch nicht müssten. Den Mut, es auch mal wirklich so zu formulieren hat bisher allerdings noch keiner von diesen Strohmannbastlern gehabt. Und ich frage mich dann immer: War ich damals, als ich noch (fast) ausschließlich Auto gefahren bin, etwa auch dermaßen ignorant?!

Dafür, dass die Gemeinde Stahnsdorf einen eigentlich unbenutzbaren Radweg entlang der L76 Richtung Berlin (Potsdamer Allee) als benutzungspflichtig ausweist, so dass man die Wahl hat, entweder von Arschloch-Autofahrern durch Abdrängen belehrt zu werden, obwohl die Straße vierspurig ist, oder seine Laufräder zu ramponieren, wenn man nicht gerade mit dem MTB unterwegs ist oder den, wenigstens halbwegs intakten, Radweg auf der falschen Seite zu benutzen, würde ich dem Bürgermeister gerne jeden Abend eine Haufen Hundescheiße in brennendem Zeitungspapier vor die Tür legen und klingeln.

Ich sehe sehr oft Menschen auf Fahrrädern, die mit jedem Tritt leicht nach links und rechts schaukeln. Meistens liegt das am falsch eingestellten Sattel und meistens sind es Frauen. Ich beobachte aber auch immer wieder reichlich Menschen, die trotz korrekt eingestellten Sattels diese Schaukelbewegungen machen. Das waren bisher immer nur Frauen. Jetzt frage ich mich: Ist das vielleicht was Anatomisches?

Ich hätte gerne ein E-Bike. Und zwar das von Specialized. Das sieht geil aus, fährt sich super und kostet schrecklich viel Geld. Das scheitert aber nicht an den Kosten, sondern daran, dass ich keine Möglichkeit habe, ein solches Fahrzeug sicher abzustellen. Neuerdings weiß ich ja sogar, dass mein Keller unsicher ist.

Ich verstehe nicht, warum der Berliner Senat sich weigert, eine Kampagne zu fahren, die Autofahrern klarmacht, dass fast kein Radweg der Stadt benutzungspflichtig ist. Alleine das Bewusstsein dürfte reichlich Aggression und damit auch Unfälle aus dem Verkehr nehmen. Die Ausrede, die der Leiter der Abteilung Verkehr angibt, halte ich jedenfalls für dummes Zeug.

Seit meine Nachbarn mir mein schnelles Tourenrad, ein Specialized Source, das ich als Auslaufmodell sehr günstig bekommen hatte, aus dem Keller gestohlen haben, fahre ich ein etwas langsameres, denn ein neues Source wäre mir zu teuer gewesen. Früher habe ich auf der Strecke zwischen Berlin und Potsdam immer sehr locker Durchschnittsgeschwindigkeiten von 22 bis 25km/h erreicht(an einem Tag in eine Richtung sogar mal knapp 28km/h - aber da war Rückenwind und grüne Welle). Heute sind es gerade noch höchstens 23km/h. Interessanterweise bin ich jetzt weit weniger aggressiv und radle entspannter - was wiederum meine These stützt, dass ein generelles Tempolimit für KfZ von 100/70/30 zu mehr Gelassenheit im Straßenverkehr führen würde. Aber Anekdoten sind ja leider keine Daten und mit Gelassenheit lassen sich keine absurd motorisierten Alltagsautomobile verkaufen.

May 15 2015

Geschäftsidee

Ein Food Truck oder Essensstand, an dem es kalte Lasagne von gestern gibt.

May 12 2015

Klingen testen (I)

Abgesehen davon, dass man einige Klingen verbraucht, um überhaupt erstmal eine brauchbare Rasiererhandhabung zu lernen, scheint es tatsächlich sinnvoll, auszuprobieren, welche Klingen am besten zu Hobel und Gesicht passen.

Ich probiere derzeit alle möglichen Klingen in meinen Rasierhobeln aus. Ausgemustert habe ich bisher Wilkinson, Personna, Bolzano und Derby. In der engeren Auswahl zur Dauerbenutzung sind Shark, Feather, Astra und Voskhod.

Mit dem Merkur 23c scheine ich außerdem besser klarzukommen als mit dem Mühle R89. Das sind ausdrücklich keine Empfehlungen. Jedenfalls nicht für bestimmte Produkte, sondern allenfalls dafür, ein wenig herumzuprobieren. Beispielsweise bei Amazon und Ebay gibt es Probierpackungen mit verschiedenen Klingen.

Außerdem bin ich nicht sicher, ob das nicht sowieso alles Fehlschlüsse sind.
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Schweinderl